Durch die Verschmelzung von Punk mit Reggae und Jazz wurden Bad Brains zu einer der maßgeblichen amerikanischen Hardcore-Punk-Gruppen der frühen 80er Jahre. Obwohl die Gruppe in ihrer Blütezeit nur eine Handvoll Platten veröffentlichte, entwickelte sie eine hingebungsvolle Anhängerschaft und fuhr fort, in wechselnden Besetzungen aufzunehmen und zu touren; bis in die späten 90er Jahre hinein unter der Leitung des Gitarristen Dr. Know, doch gelang es ihnen nie, aus ihrem Kultstatus auszubrechen.

Dr. Know (richtiger Name Gary Miller) gründete 1979 Bad Brains (benannt nach dem Titel “Bad Brain” der Ramones), inspiriert von der amateurhaften Wut der Sex Pistols und dem politischen Reggae von Bob Marley. Er erkannte, dass die Grenzen zwischen Punk und Reggae im Vereinigten Königreich bereits verschwommen waren und dass The Clash, The Ruts und The Specials die beiden Genres miteinander vermischten, und machte sich daran, diese Situation in den USA zu wiederholen. Dr. Know rekrutierte mehrere ähnlich gesinnte Musiker – den Sänger Paul D. Hudson (der unter dem Künstlernamen H.R. auftritt und offenbar für Menschenrechte steht), seinen Schlagzeuger-Bruder Earl Hudson und den Bassisten Darryl Aaron Jenifer, um seinen Standpunkt zu beweisen.

Eine solche Vielfalt an Einflüssen in Verbindung mit einer starken Musikalität machten Bad Brains zu einer der beliebtesten Punkbands der Ostküste; sie waren unter ihresgleichen hoch angesehen, und ihre Live-Auftritte in winzigen Clubs in ihrer Heimatstadt Washington DC wurden schnell zum Stoff für Legenden, was zum Teil auf die relative Neuheit einer rein afroamerikanischen Band zurückzuführen war, die Punkrock spielte, aber auch auf ihre energiegeladenen Auftritte. Die Betonung von Bad Brains auf extremer Schnelligkeit – am deutlichsten bei Dr. Know’s Gitarrenspiel mit Maschinengewehren und H.R.’s brutaler Gesangsleistung – gilt weithin als Vorbild für Hardcore-Punk.

H.R. war ein muskulöser und unberechenbarer Bühnenkünstler mit einem sehr breiten Stimmumfang, der oft ins Publikum oder auf Verstärker sprang. 1979 wurde Bad Brains in vielen Veranstaltungsorten, Clubs und Hotels in Washington DC inoffiziell verboten, nachdem während einer Show fast ein Aufruhr ausgebrochen wäre. Als Reaktion darauf nahmen Bad Brains das augenzwinkernde “Banned in DC” auf und setzten auf größere und bessere Auftritte. Die Band zog daraufhin nach New York City um, wo unter anderem die Ramones, das Fernsehen und Patti Smith die Punk-Flagge in Brand setzten.

2006 kamen Bad Brains für ein paar Shows im legendären New Yorker Club CBGB’s wieder zusammen, nachdem der Veranstaltungsort von der Schließung bedroht war. Die Shows waren schnell ausverkauft. Mit dem wiedererwachenden Interesse an der Band kehrte die Originalbesetzung Anfang 2007 zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder ins Studio zurück. Unter der Aufsicht des Produzenten und langjährigen Bad Brains-Fans Adam Yauch, aka MCA der Beastie Boys (die Beastie Boys behaupten, einen Namen mit den Initialen BB als Hommage an Bad Brains gewählt zu haben), nahm die Band “Build A Nation” auf und veröffentlichte es, ein inspirierter Versuch, zu den Hardcore-Wurzeln der Band zurückzukehren. Es wird gemunkelt, dass es 2021 eine Tour geben wird. Genaueres ist noch nicht bekannt.

Hier gibt es Tickets, falls es eine Tour geben wird!

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