Pierching Zunge
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Das erste Piercing - Das ist wichtig zu wissen

Aufwendiger Körperschmuck wird seit vielen Jahrhunderten getragen, sodass sich auch Piercings als besonders zeitlos erweisen. Doch die Variantenvielfalt ist schier unerschöpflich, sodass es ratsam ist, sich über die einzelnen Materialien zu informieren. Wir stellen in unserem heutigen Ratgeber die wichtigsten Piercing Arten vor und verraten, worauf bei der Pflege geachtet werden sollte.

Wo kann man sich überall piercen lassen?

Zunächst sei erwähnt, dass stylishe Piercings für die Verzierung diverser Körperstellen genutzt werden können. Insbesondere Augenbrauen-Piercings sind sehr gefragt und werden in der Regel in dem äußeren Drittel der Braue gesetzt.

Dies ist in erster Linie notwendig, um die sensiblen Nerven im Bereich der Nase zu schützen. Auch Lippen-Piercings rangieren weit oben auf der Beliebtheitsskala, wobei das „Labret“ auf vielfältige Art und Weise gesetzt werden kann.

Bauchnabel-Piercings sind ebenfalls sehr häufig vertreten und schmücken vor allem in den Sommermonaten auf Festivals die braun gebrannte Haut. Brustwarzen-Piercings werden gleichermaßen von Männern als auch Frauen geschätzt und setzen in der Regel ein vorheriges Kühlen der Hautstelle beim Stechen voraus. Wer es etwas dezenter bevorzugt, der wird derweil Gefallen an einem Lippenbändchen-Piercing oder einem Zungenbändchen-Piercing finden.

Besonders verbreitet ist natürlich auch das Nasen-Piercing, wobei auch hier zahlreiche Varianten möglich sind. Während das Piercing beim „Nostril“ durch die Nasenflügel gestochen wird, wird beim „Septum“ durch die Nasenscheidewand gestochen.

Beim „Bridge“ setzt der Piercer das Piercing durch die Nasenwurzel und bei der „Austin Bar“ durch den vorderen Bereich des Knorpels. Bei dem „Nasallang“ ist derweil eine gewisse Schmerzunempfindlichkeit wichtig, da durch die gesamte Nase gestochen wird. Auch im Bereich der Ohren-Piercings ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten für den Träger, sodass diese Körperstelle besonders häufig geschmückt wird.

Das sollte man bei der Wahl des Piercings beachten

Wer sich den Wunsch von einem modischen Piercing erfüllen möchte, der muss einige Aspekte bei der Wahl berücksichtigen. Zunächst sollte das Piercingstudio steril und sauber sein, sowie über einen separaten Piercing-Raum verfügen. Weiterhin ist sicherzustellen, dass beim Stechen sterile Handschuhe und Besteck sowie saubere Einmalkanülen eingesetzt werden.

Jeder erfahrene Piercer führt zudem im Vorfeld eine umfassende Beratung mit dem Kunden durch und erteilt wichtig Hinweise zu der richtigen Pflege sowie möglichen Risiken. Wer nicht volljährig ist, benötigt zudem in jedem Fall die Einverständniserklärung seiner Eltern. Außerdem sollte der Piercer in der Lage sein, sein Können anhand von Bildern bisheriger Arbeiten zu illustrieren.

Für das erste Piercing werden ausschließlich die Materialien Titan, Teflon sowie 316L Stahl empfohlen. Diese Materialien besitzen eine glatte Oberfläche und erfüllen demnach höchste Ansprüche in Bezug auf die Hygiene. Stoffe mit einer rauen Oberfläche können derweil unangenehme Reizungen begünstigen und die Wundheilung hemmen.

Auch Edelmetalle, wie beispielsweise Gold und Silber, sind nicht als Erstmaterial prädestiniert, da sie stark auf Sauerstoff reagieren. Wer einen Plug präferiert, der findet online einen Blogbeitrag zum Thema Flesh Tunnel und Piercings messen. Schließlich ist es besonders wichtig, das Piercing mit den richtigen Maßen zu finden.

erstes Bauchnabelpiercing
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Welche Materialien gibt es bei Piercings?

Das Angebot an Piercing-Materialien ist schier unerschöpflich, sodass sich für jeden Anspruch der passende Grundstoff finden lässt. Während Acryl-Piercings auch bei sensibler Haut sehr gut vertragen werden, lassen sich Bioflex-Piercings optimal sterilisieren und hygienisch sauber halten. Chirurgenstahl ist zwar sehr robust – allerdings birgt der Stoff aufgrund seines Nickel-Gehalts ein gewisses Allergie-Potenzial.

Holz, Horn sowie Knochen gehören zu den bewährtesten Naturmaterialien im Bereich des Körperschmucks, sodass auch die Piercings durch einen hohen Tragekomfort überzeugen.

Allerdings sind diese drei Stoffe wiederum sehr anfällig für Risse und Schäden, sodass ein sorgsamer Umgang unverzichtbar ist. Silikon-Piercings sind hingegen besonders flexibel und überzeugen durch ein angenehm leichtes Gewicht. PTFE-Piercings zeichnen sich durch eine geschlossene Struktur aus, sodass sich keine schädlichen Keime bilden können.

Zudem enthält Teflon kein Nickel und erzeugt demnach auch bei empfindlicher Haut keine allergischen Reaktionen. Silber gilt zwar als sehr hochwertiges Material – allerdings ist Silber häufig nicht nickelfrei und demnach nur bedingt verträglich. Titan-Piercings fallen wiederum sehr stabil aus und bieten durch ihre glatte Oberfläche keinen Nährboden für schädliche Keime.

Ist das Piercing Stechen schmerzhaft?

Zunächst sei erwähnt, dass das Stechen des Piercings natürlich immer mit gewissen Schmerzen einhergeht. Allerdings hängt die Stärke des Schmerzes in der Regel von der Art des Piercings, dem individuellen Schmerzempfinden sowie auch der aktuellen Tagesform ab.

Daher ist es ratsam, sich beim Setzen des Piercings zu entspannen und dem Piercer zu vertrauen. Besonders schmerzempfindliche Personen können sich die jeweilige Stelle natürlich auch im Vorfeld betäuben lassen. Während eine Betäubungssalbe den Schmerz wirksam dämpft, entfaltet Eisspray einen angenehm kühlenden Effekt.

Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, die Haut mit einer Spritze samt Anästhetikum zu betäuben, sodass der Stich kaum noch wahrgenommen wird. Die Betäubung sollte allerdings ausschließlich durch den Piercer selbst vorgenommen werden.

Piercingpflege - Worauf nach dem Stechen achten?

Sobald das Piercing gesetzt wurde, muss die betreffende Stelle strikt vor Keimen, Bakterien und Schmutz geschützt werden. Damit das Piercingloch auch offen bleibt, sollten entstandene Verkrustungen vorsichtig mit einem Wattestäbchen aufgeweicht und entfernt werden. Weiterhin sollte das Piercing erst einen Tag nach dem Stechen berührt sowie gereinigt werden.

Grundsätzlich wird empfohlen, das Piercing zwei- bis dreimal täglich mit speziellen Reinigungsmitteln vom Piercer zu säubern. Das Piercing sollte niemals eigenständig entfernt werden, bevor das Loch vollständig verheilt ist. Zudem darf auch die Kleidung nicht zu eng anliegen, damit die Wunde nicht gereizt wird. Auf Schwimmen und Saunabesuche sollte in den ersten drei Wochen komplett verzichtet werden. Schließlich darf das Piercing nicht mit Schweiß, Sand, Chlor- oder Salzwasser in Berührung kommen.

Auch Duschgels, Cremes sowie Seifen dürfen nicht in die Wunde gelangen. Bei Oralpiercings sollten scharfe sowie sehr heiße Speisen in den ersten Wochen komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Zigaretten sowie intensive Küsse behindern ebenfalls die Wundheilung bei Oralpiercings.

Weiterhin sollten in den ersten vier Tagen keine Substanzen aufgenommen werden, die die Blutgerinnung hemmen. Hierzu gehören beispielsweise koffeinhaltige Speisen und Getränke, bestimmte Medikamente sowie auch Alkohol.

Sollte sich der Stichkanal trotz der richtigen Pflege entzünden, ist sofort der Piercer bzw. ein Arzt zu konsultieren. Wir empfehlen daher, in jedem Fall einen Piercer zu wählen, der auch nach dem Setzen des Piercings stets gut erreichbar ist.

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