1997 spielte ich in einer Oldi-Band. Ich war der Rhythmusgitarrist und Thomas saß am Schlagzeug. Unser Bandleader trank sich schon mal einen und kam auch schon mal hackevoll zur Probe. Da haben wir ihm gesagt, dass wir die Brocken hinwerfen, wenn er besoffen zu einem Gig kommt. Dass hat er dann prompt ein paar Wohen später genauso genmacht. Wir haben den Gig gespielt und in der Pause hab ich zum Thomas gesagt: „ Wenn das Ding hier heute durch ist, steig ich aus. „Jau“ sagte der, „seh ich genausso.“ Als hatte die Band am Ende 1 R-Gitarrist und 1 Schlagzeuger weniger. Aber wir haben nix neues gefunden. Haben uns immer wieder angerufen und geckeckt, was gehen könnte, aber nix war. Nach drei Monaten, so im Herbst 1997 hat Thomas dann vier Musiker zusammengetrommelt, die er aus alten Zeiten kannte, um mit denen ein wenig zu jammen. Ging ab wie Schmitz Katze. Ich kam spät nach Hause und meine Frau fragt mich so, wie wars denn, wie heissen die denn und sowas. Ich mach mir ein Bier auf und sag, weiss nicht wie die heissen, aber das sind schweinegute Musiker. Da geh ich nochmal hin. Und weil das wieder so gut geklappt hat, haben wir uns eine Woche später wieder getroffen und die Woche drauf und die nächste Woche auch, nannten uns dann crossrads, sind zusammengeblieben und spielten R&B und viele eigene Stücke . Als wir ne Homepage machen wollten, haben wir gemerkt, dass jede dritte Band corssroads heisst. Wir wollten was, was keiner hat. Und weil der Name englisch sein sollte, die Band in einer Scheune = barn in Mettmann = mad man probte, haben wir uns mad mans barn genannt ,und so heisst nun wirklich keine zweite Band auf der ganzen Welt. Dann sind wir viel rumgezogen und haben viele Gigs gespielt, ein paar davon mit viel Bikerpublikum. So in Harsewinkel bei dem Motorradrennen da. Während wir spiele, fangen die Jungs da unten irgendwann an, sich so richtig was aufs Maul zu hauen und irgendwann hörte dann keiner mehr zu und das Ganze bewegte sich etwas unkontrolliert in Richtung Bühne. Ich hatte sowas schon mal in meiner ersten Zeit als Gitarrist erlebt und meinen Jungs gesagt, dass wir uns den Fluchtweg vorher angucken und jeder vorher überlegen soll, was er mitnimmt, wenn wir schnell von der Bühne müssen. Also haben sich auf mein Zeichen die Gitarristen ihre Bretter geschnappt, der Drummer sein teuerstes Becken und wir sind ab hinter die Bühne. Im Zelt haben sich die Jungs weiter kräftig vermöbelt und so haben wir da ne Weile draussen gestanden und uns eine nach der anderen geraucht. Da kommt auf einmal der Rockerboss und fragt, warum wir denn nicht weiterspielen. Ich hab ihm gesagt, dass wir so nich arbeiten könnten, wenn keine Sau zuhört und außerdem machten seine Leute zu viel Krach. Er sacht, dass das eine Gesichtspunkt sei und er das klären werde. Weg war er. Drinnen wurds was ruhiger und er kommt nach ner Weile wieder raus und meint, dass wir jetzt weiter machen könnten. Haben wir auch gemacht. Mussten später aber noch mal kurz raus. Wir nenn diesen Gig „Die Hölle von Harsewinkel“ und haben später davon einen Aufkleber mit dem Zusatz „ich war dabei“ gemacht.
Auf diesem Gig hat uns eine anderer Rockerfürst für seine Veranstaltung gebucht. Wir haben so Am Nachmittag angefangen zu spielen, und die Jungs waren guter Dinge, haben mitgesungen, gejohlt und hatten Spass. Als es dann langsam dunkler wurde, stand irgendwann keiner mehr vor der Bühne und so 2-3 Hundert Rocker saßen auf einmal alle um ein riesiges Lagerfeuer. Und waren ganz still. Kein Mitsingen mehr. Kein Klatschen. Kein Gejohle. Nix. Die waren die ganze Zeit still und machten keinen Mucks. Und wir stehen da oben auf dem Sattelanhänger und spielen Rock, was das Zeug hält. Die da unten machten nix. Wir als alte Profis haben gedacht, Vertrag is Vertrag, die zahlen ordentlich und die kriegen jetzt auch alle Songs, die sie bezahlt haben. Also haben wir das ganze Programm durchgespielt. Wie wir fertig sind ist es richtig dunkel, man sieht nur nur den Feuerschein und die Jungs sitzen immer noch da und sagen nix. Wir fangen an, unser Zeug zu packen. Da kommt der Rockerfürst, zahlt uns bar die Asche aus und ist begeistert, wie gut wir gespielt haben. Wir sagen ihm, ja is schön, aber deinen Jungs hat hats wohl nich so gefallen. Er: Die sind eben was romantisch. Wenn denen irgendwas von eurer Musik nicht gefallen hätte, hätten die euch schon längst von der Bühne gehauen.
Komischerweise haben wir von dem Gig keinen Aufkleber gemacht. Aber für Biker spielen wir immer noch gern.
Wir haben dann auch daneben so ne Bluesecke aufgemacht und haben auch bei einem Gig mal nur Blues und die eigenen Bluessachen gespielt. 2002 haben wir in Leverkusen bei street live mitgemacht und haben auch ein paar mal im Topos gespielt. Und die haben uns eingeladen, zum Jubiläum vom Blues Club zu spielen. Das war eine große Ehre für uns. Unten saßen alles Blueser mit ihren Brettern auf den Knieen, weils nachher ne große Session gab.
In Krefeld in der Alten Münz haben wir öfter gespielt. Als wir mit unserem langsamen Bluesstück „Jack“ gerade fast fertig waren kam ein fürchterlich verliebtes Pärchen rein und und tanzte engumschlungen zu unserer Musik. Da konnten wir ja nich aufhören. Und dann haben wir den Jack nochmal gespielt, in der längsten Fassung, in der wir den jemals gespielt haben. Als wir fertig sind, gehen die zwei eng umschlungen wieder raus und die Leute haben geklatscht, weil wir denen so ne schöne Zeit gemacht haben. Ich schätze, dass irgendwo ein kleiner Jack rumrennt, der nicht genau weiss, wie er zu seinem Namen gekommen ist. Wir schon.
Von den vier Gründungsmitgliedern sind drei immer noch dabei. Thomes, der Schlagzeuger hat irgendwann beschlossen, kurzfristig auf Harfe umzusteigen und so kam ein neuer Mann ins Boot. Dann haben wir es mal mit zwei Sängerinnen probiert, aber das klappte nicht so richtig und wir haben uns von denen wieder getrennt. Dann mit einer Sängerin, was gut klappte, aber die musste wegen privatem und Arbeitsstress wieder aussteigen. Jetzt sind wir wieder eine Jungensband und turnen als älteste Nachwuchsband durch die Gegend. Eigentlich würden wir ja gern nur die eigenen Stücke spielen – was wir locker drei Stunden könnten – aber ne unbekannte Band, die nur eigene Stücke spielt, bucht ja keiner. Also bieten wir einen Mix mit eigenen Stücken und bekannten Stücken an. Und hoffen, als älteste Nachwuchsband der Welt, dann doch noch endlich entdeckt zu werden. Wenn ihr was von uns spielen wollt: Da gibt es eine sehr schöne CD mit 13 eigenen Stücken. Und nu macht mal.

http://www.madmansbarn.band/

 

 

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